Von der Heilung zur Nahrung ein ganzheitliches Beispiel aus der Praxis

Das neue Jahr startet schon gleich mit interessantem Beobachten und Erfolgserlebnissen in Sachen ganzheitlicher Unterstützung und Behandlung bei einer älteren Shetlandpony Stute.

Es handelt sich um eine Ü20 Shetlandponystute, die seit einem Jahr in einer reinen Shettyherde lebt ( (1 weitere Stute, 2 Wallache) . Im Stallkonzept werden 24 Std Heu zur freien Verfügung angeboten, jahreszeitliche Kräuter, Minerale, Obst, Gemüse je nach Bedarf, Hafer und Heucobs. Die Ponys haben Zugang zu Weideflächen und können sich bei Wanderungen gezielt suchen, was sie sonst noch brauchen. Alles wird beobachtet und dokumentiert.

Die Ponystute hat schon Zeit ihres Lebens Probleme mit wiederkehrenden Stopfkoliken, neigt zu Einlagerungen an den Schultern und dem Gesäß, zeigt sich schmerzhaft im Bereich der Lendenwirbelsäule am Übergang zum Kreuzbein, Kiefergelenke, Genick und Stirnhaut sind sehr fest, ihre gesamte rechte Körperseite ist bei Berührung an diversen Stellen schmerzhaft. Kurzum: Es liegen profunde Spannungen vor und der Kreuzbeinbereich ist überstreckt.

Die Beobachtungen ergaben bei Integration ein introvertiertes Pony, welches mit der Situation erstmal so gar nicht glücklich schien. Es gab auch recht schnell Verhaltensauffälligkeiten zwischen ihr und der anderen Stute (siehe Blogbeitrag!) und Futterneid. Kurze Zeit später hatte das Pony auch eine Kolik, die auf den Stress zurückzuführen ist, die ursächlich durch die noch extremeren Verspannungen zu Stande kam.

Die Ponystute bevorzugte an Nahrung alles, was ihr angeboten wurde und sie schien nie satt und zufrieden, aufgrund dessen wurde sie früher dem ein oder anderen Diätprogramm unterzogen, aber die Pferdehalterin stiegt glücklicherweise aus diesem Denken irgendwann aus. Denn als sie ein schlankes Pony hatte, waren die Koliken und zusätzlichen Magenschwüre ein Dauer-Abo.

Im neuen Stallmanagement bekam sie erst einmal alles, was sie bevorzugte angeboten, es wurde energetisch und mit speziellen ätherischen Ölen an der Problematik mit der Stute gearbeitet, was sehr schnell Verbesserungen ergab, jedoch blieb der introvertierte Ausdruck und das schleppende Bewegungsprofil (sich von A nach B schleppend bewegen). Es zeigten sich auch recht schnell Entgiftungserscheinungen des Körpers wie schuppige Haut, Anschwellen des Lymphknotens im Bereich des myofaszialen CTÜs (Übergang Hals- zur Brustwirbelsäule) und Juckreiz.

Seit 9. Dezember ist die Ponystute zusätzlich in der Behandlung nach der Bewegungsosteopathie für Pferde. Zu diesem Zeitpunkt hat sie über alle Maße Brombeerblätter favorisiert und Seealgen sowie Irisch Moos.  Zu Beginn der Behandlung war das Pony an den Ellenbogen und den Innenseiten der Oberschenkel sehr juckreizempfindlich, weiterhin scheuerte sie sich regelmäßig im Bereich der Kruppe und stand auffällig oft angelehnt an Pfosten oder Bäumen um sich abzustützen.

Nach der ersten Behandlung stieg der Juckreiz und das Bedürfnis sich zu kratzen, es zeigte sich zwei Tage später ein Haarlingsbefall.

Das Behandlungskonzept wurde so angepasst, dass die Einheiten täglich in kurzen Intervallen mit Pausen erfolgten, da der Körper auf die initiierten Heilungsprozesse stark reagierte.

Dies war die goldrichtige Entscheidung, denn so kamen Körper, Geist und Seele auch hinterher, die Prozesse zu verarbeiten. Das starke Bedürfnis sich nach der Behandlung zu scheuern wurde sichtlich weniger, auch wurden die Bewegungen flüssiger und nach dem 6. Termin konnte beobachtet werden, wie sich die Stute in der freien Bewegung galoppierend über die Weide bewegte und sich dabei streckte, wohingegen sie zuvor hauptsächlich im „Hasengalopp“ unterwegs war.

Interessanterweise hörte sie auch von einem auf den anderen Tag auf Brombeerblätter zu essen.

Die Futtersituation wurde immer entspannter, sie blieb in ihrem Eimer und wirkte mit dem zufrieden, was sie bekommen hat. Es wurde nicht mehr alles hastig aufgegessen. Der Ausdruck der Augen hat sich sichtlich verbessert und Vergleichsbilder zeigen eine deutliche Gewichtsabnahme.

Die Haarlinge schienen am Körper jedoch zuwandern und befanden sich dann auch am Kieferbereich, jedoch wurden diese Stellen nicht mehr blutig gekratzt. Eine äußerliche Behandlung fand auch statt, um den Juckreiz zu lindern.

Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es eine Behandlungspause und nach einigen Tagen zeigten sich Rückschritte, der Juckreiz wurde stärker, das Stressverhalten beim Füttern zeigte sich wieder und das Bewegungsprofil wurde wieder etwas schleppender.

Die Behandlung wird ab 3. Januar fortgeführt und ich bin gespannt auf weitere Entwicklungen.

Habt ihr Interesse an den einzelnen, ganzheitlichen Zusammenhängen? Dann schreibt es in die Kommentare und ich mache einen weiteren Artikel oder sogar ein Video.

Kurz nach dem Einzug in den neuen Stall vor einem Jahr (Feb. 2021)
Januar 2022 – Ein Jahr im ganzheitlichen Shettytstallkonzept und Bewegungsosteopathischer Behandlung seit Dezember 2021

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